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Achtsame Babypflege auf dem Wickeltisch

Gespeichert von Dunstan Babysprache am Di., 11.01.2022 - 22:59

Spass auf dem Wickeltisch

 

Unser erster Kontakt mit der Welt findet über die Haut statt. Sie ist unser größtes Organ und entsteht aus einem gemeinsamen Keimblatt zusammen mit unserem Nervensystem. Deshalb sind Impulse über die Haut auch Eindrücke, die Dein Baby sehr sensibel wahrnimmt und die sein Wohlbefinden stark mitbestimmen. Wenn ihn etwas stört oder es sich sprichwörtlich nicht wohl in seiner Haut fühlt und überreizt ist, dann äußert es das über den entsprechenden Dunstan-Laut für Unwohlsein. Den lernst Du ja in unseren Kursen.

In Bezug auf den achtsamen und feinfühligen Umgang mit Deinem Baby im Alltag wollen wir Dir heute ein paar weitere Impulse vermitteln.

Im Gehalten- und Berührt werden kann Dein Baby neue Tasterfahrungen sammeln und lernt so auch die Grenzen seines kleinen Körpers kennen. Seine Bewegungsmuster werden geschult durch die Weise, wie Du es aufnimmst, wenn Du es auf Deinen Arm hebst, wie Du es bewegst, trägst und schaukelst.

Zum Fühlen gehören ab Geburt nicht nur das Tasten, sondern sowohl auch die Bewegungseindrücke, die Dein Kind sammeln kann, wenn es bewegt wird, als auch die Wahrnehmung, was sein eigener kleiner Körper kann. Es erkundet dies durch seine Mundwahrnehmung, setzt seine Muskeln und Gelenke ein und beginnt später, sich selbst fortzubewegen.

Unser Tipp für mehr Achtsamkeit im Umgang mit Babys: Babypflege mit gemeinsamen Bewegungen kombinieren

Würde es Dir gefallen, wenn Du z. B. beim Wickeln oder Umziehen wie eine bewegungslose Puppe passiv daliegen und alles mit Dir geschehen lassen sollst? Sicher weniger. Babys mögen das auch nicht.

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tipp: Babypflege mit gemeinsameDiese Weise des einseitig-inaktiven Wickelns, wie Du es auf dem ersten Bild siehst, bei dem die Beine des Kindes straff hochgehalten werden, ermöglichen ihm selbst nicht, aktiv zu werden, sich zu beteiligen oder sich zu wehren. Es erlebt dabei die Wickelsituation als übergriffig und wenig feinfühlig, ist frustriert und speichert dieses Erlebnis so ab. Dadurch wird ein neuer späterer Wickelversuch wahrscheinlich auch Unbehagen auslösen und ggf. mit Protest beantwortet.

Es geht aber auch anders, denn Säuglinge können sich schon durch eigene Bewegungen aktiv an täglichen Pflegehandlungen beteiligen, wenn wir ihnen dazu Impulse und Hilfestellung bieten. Ganz egal, ob dies beim Wechseln der Windeln, beim Baden, Füttern, Umziehen oder Herumtragen der Fall ist. Möglichkeiten dazu gibt es im Alltag viele. Es braucht nur den aufgeschlossenen Blick und ein wenig Anregung zum Wie.

Diese Art der Fürsorge macht die Kleinsten auch viel zufriedener und fördert zudem nicht nur das harmonische Zusammenspiel zwischen Dir und Deinem Kind, sondern hilft Deinem Baby auch, seinen eigenen Körper bewusster zu spüren und unterstützt seine eigenen Fähigkeiten, sich zu drehen, zu stützen, zu strecken, aufzurichten oder die Füßchen zum Abdrücken zu benutzen.

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So geht gemeinsam aktives Wickeln: Der Säugling bekommt jeweils am Hüftgelenk den Impuls zur eigenen Spiraldrehung in die Seitenlage und kann mitwirken. Das gefällt ihm und gibt ihm neue, wertvolle Entwicklungsimpulse sowie liebevolle, sanfte Führung.

Kinaesthetic Infant Handling

Wer sich mit dieser Methode des kommunikativen Bewegungslernens – dem sogenannten Kinaesthetic Infant Handling – beschäftigt, lernt, verstärkt auf ein sensibles, respektvolles Zusammenspiel zu achten, bei dem natürliche Bewegungen angeregt und die Eigenaktivität des Säuglings gefördert werden. Dies wird übrigens nicht nur für den Umgang mit Babys, sondern auch in der Erwachsenenwelt zur Unterstützung von hilfs- und pflegebedürftigen Personen z.B. in der Altenpflege oder im Krankenhaus empfohlen, um die Eigenwirksam zu stärken und im angenehmen, ermutigenden Bewegungsdialog zu sein.

Liane Emmersberger ist eine Pionierin auf diesem Gebiet im deutschen Sprachraum und zertifizierte Kinästhetik Trainerin, Artgerecht Coach und AFS Stillberaterin. Sie umriss die Vorteile in einem Vortrag für unser Netzwerk vor einiger Zeit sehr treffend, indem sie diese erläuterte und dazu praxisnahe Eigenerfahrungs-Übungen für uns anbot.

Wichtig dabei: um dem Kind zu ermöglichen, seine Kompetenzen zu erweitern, braucht es Eltern, die für eine kindgerechte Umgebung sorgen, die es von Geburt an achtsam, aufmerksam und zugewandt berühren und bewegen.

Achtsame Kommunikation mit dem Baby findet dabei nicht nur über liebevolle Ansprache, Mimik und Gestik statt, sondern auch über unsere Körpersprache und die Haptik. Die Art und Weise der gemeinsamen Bewegungen ist dabei ein wesentlicher Teil für eine gelungene, achtsame und bedürfnisorientierte Interaktion mit dem Nachwuchs.

Während das Baby vorgeburtlich in der Gebärmutter einen mehrdimensionalen Raum erlebt hat, der sich perfekt in seiner Größe anpasst und einen ständig erreichbaren Kontakt bietet sowie alles, was von ihm benötigt wird von Wärme über Nahrung bis zu Leichtigkeit im Fruchtwasser schwimmend, kämpft das Baby nach der Geburt mit der Schwerkraft und wird in Bezug auf Trinken, Wickeln, Wärme usw. von uns abhängig.

Bedürfnisse äußern können, diese versorgen und Selbstwirksamkeit spüren

Zum Glück kann, wer die Bedürfnislaute der Dunstan Babysprache versteht, rasch auf Hunger, Müdigkeit, eine volle Windel, Kälte oder Bauchdrücken usw. eingehen und wird so geführt, die richtige Unterstützung und jeweils nötige, korrekte Bedürfnisbefriedigung selbstsicher zu schenken.

Der Ansatz des Kinaesthetic Infant Handlings kann dabei die Ausführung unserer Pflegehandlungen am Kind zum Angenehmeren hin verbessern und für beide Seiten erleichtern. Er geht von der Annahme aus, dass die vorgeburtlich erworbene Bewegungsfähigkeit des Neugeborenen die Grundlage für jeder weitere Lernerfahrung ist.

Eine optimale Entwicklung für das Kind gelingt deshalb nur durch die Interaktion mit seinen Bezugspersonen. Eines seiner allerersten Lernziele ist daher, seinen eigenen Körper und dessen Bewegungsfähigkeit als Werkzeug zur Unterstützung seiner Bewegungs- und Kommunikationsfähigkeiten einsetzen zu lernen. Und dabei könnt Ihr als Mama, Papa oder als Großeltern Eurem Kind auf sanfte, achtsame Weise stimulierende Anregungen durch Berührung und gemeinsames Bewegen bieten.

Willst Du mehr erfahren, dann schau bei Liane hier vorbei:

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